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Über uns

Caritas Waldkindergarten Waldgirmes - Bäckerei Besuch

 

Wir durften am Dienstag, den 10. Sepember die Bäckerei Drescher besuchen. Der heutige Besitzer Herr Reinstädtler zeigte den sehr gespannten Kindern zuerst die Backstube mit den großen Knetmaschinen für Kuchen- und Brotteige. Ein Angestellter war gerade dabei  einen Teig  zuzubereiten und wir staunten nicht schlecht,  welche Mengen an Zutaten in einer Bäckerei verwendet werden (Riesenstücke Butter, Kilos an Mehl). Anschließend zeigte der Bäcker uns seinen großen Brot- und Brötchenbackofen. Beide waren vom morgendlichen Backen noch ganz warm. Außerdem öffnete er uns seine Kühlung, wir stellten sofort fest, wie kalt es dort drinnen ist (-10C°). Darin ruhen die vorbereiteten Brötchen für den nächsten Tag. Danach durften wir selber ans Werk gehen. Jedes Kind suchte sich eine Tierausstechform aus und durfte sich nach Belieben Nuss-, Zuckerstreusel oder Rosinen als Belag aussuchen. So kreierten wir uns jeder  ein eigenes leckeres Quarkteigstückchen. Diese wurden nun gebacken und mussten auch noch auskühlen. Der Bäcker erhielt von uns noch ein Dankeschön in Form von selbstgestalteten Bildern. Abschließend traten wir den Rückweg an. Im Rucksack duftete es verführerisch. Zum zweiten Frühstück gab es dann unsere selbstgebackenen Stückchen. 
Ein herzliches Dankeschön noch einmal an das ganze Bäckerei-Team!

 

Auszug aus den "Lahnau Nachrichten" vom 19. September 2013 

 



Bäckerei Drescher besteht seit über 100 Jahren

Den „Großen" getrotzt mit Nussbrot und Schmandkuchen

Lahnau-Waldgirmes (ag). Es gibt sie noch, die alteingesessenen Geschäfte, die durch ihr spezielles Angebot und ihren Service eine Nische gefunden haben und Generationen von Kunden an sich binden konnten und können. Ein Beispiel ist die Bäckerei Drescher in Waldgirmes, die mit einem bunten Hoffest ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Im Jahre 1903 gründeten Wilhelm Drescher und seine Frau Henriette in der Kreuzergasse eine Bäckerei. „Es folgten für die Familie Drescher arbeits-, aber auch segensreiche Jahre", schreibt die Ortshistorikerin Hedwig Schmidt in der Chronik, die sie zum 75-jährigen Jubiläum der Bäckerei erstellt hatte.

Erster Weltkrieg, die instabile Demokratie der Weimarer Republik und die Inflation gingen zwar nicht spurlos an dem Betrieb vorüber, doch seine Existenz war nicht gefährdet. 1928 erfolgte der erste Generationswechsel auf Wilhelm „den Zweiten" und seine Frau Maria. Wenige Jahre darauf kam es zur nationalsozialistischen Machtergreifung, die den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 brachte. Da auch der Bäckermeister Wilhelm Drescher zum Kriegsdienst einberufen wurde, musste die Bäckerei zwischen 1941 und 1945 geschlossen werden. In der Chronik lässt sich das Original des Einberufungsbefehls noch nachlesen.

Alfred Drescher, Frank Reinstädtler und Gertrud Drescher - die ehemaligen und derzeitigen Inhaber der Landbäckerei in Lahnau

Alfred Drescher, Frank Reinstädtler und Gertrud Drescher beim Hoffest zum 100-jährigen Geburtstag.


Wilhelm und Henriette Drescher - die Gründer der Landbäckerei in Lahnau

Gründeten 1903 die Bäckerei in Waldgirmes: Wilhelm und Henriette Drescher.


Nach Kriegsende kam es zur Wiedereröffnung, und nun arbeitete mit Alfred Drescher bereits die dritte Generation im Familienbetrieb mit. Er übernahm schließlich zusammen mit seiner Frau Gertrud im April 1967 das Geschäft. Beide modernisierten den Betrieb, bauten um und schafften auch einen neuen Backofen an, der noch heute in Betrieb ist. Da beide Töchter des Ehepaares auf die Übernahme der Bäckerei verzichteten, übergaben sie 1990 das Geschäft an ihren langjährigen Mitarbeiter Frank Reinstädtler. Dieser hatte 1979 bei Alfred Drescher seine Lehre begonnen und war dem Betrieb, nur unterbrochen durch seine Militärzeit, seitdem treu geblieben. Auch er steckte viel Geld und Energie in den Umbau und die Modernisierung der Bäckerei und baute die ehemalige Scheune in eine weitere Backstube um. 

„Es gibt nur noch wenige kleine, selbstständige Bäckereien", sagt er, „es ist schwer, gegen die Konkurrenz der industriellen Großbäckereien zu bestehen." Er überzeugte die Kunden durch ein breit gefächertes und ungewöhnliches Angebot. Er erweiterte das Sortiment um Sorten wie das Haselnussbrot oder das Kräuterbaguette, bietet stets eine Auswahl an frischen Teilchen und Kuchen wie den klassischen Schmandkuchen an und reagiert auch flexibel auf saisonale Ereignisse wie zum Beispiel in der Karnevalszeit auf den Aschermittwoch, an dem es Heringsbrötchen als Katerfrühstück zu kaufen gibt.